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Weihnachtszeit

 Ich mag sie. Ja, ich mag sie wirklich. Weihnachtsmarkt, Glühwein, Eiferpunch und überall ist es festlich geschmückt. Ich mag sogar die Familien, die mit ihren Kindern durch die Stadt gehen um diese Tage zu genießen. Ich mag Kaffee mit Baileys, ich mag Irish Coffee an den Buden, ich mag meine Leute, die mir selbstgebackene Plätzchen mitbringen. Ich mag sie weil sie da sind, nicht weil sie irgendwas für mich tun. Zur Weihnachtszeit ist das irgendwie wichtig, denke ich.

Trotzdem ist es doch eigentlich nichts anderes als das ganze restliche Jahr. Man geht zur Schule, hält Referate, schreibt seine Klausuren und versucht so gut wie möglich morgens nicht zu verschlafen. Man geht nach Hause, isst was, joggt vielleicht ein bisschen und vertreibt sich die Zeit mit Freunden oder dem Internet. Ich jedenfalls. Und am Wochenende ist es sowieso der gleiche Ablauf. Fertigmachen, vortrinken, Stadt und um 5 Uhr morgens den Taxifahrer vollquasseln, wie nett er doch ist in der Hoffnung, er macht keinen Scheiß und fährt einen wirklich nach Hause. Irgendwie ist da nichts weihnachtliches dran.

 Ich mag die Weihnachtszeit. Und ich hasse Weihnachten. Ich kriege allein schon die blanke Panik wenn ich daran denke, dass spätestens am 22. 12 die Leute kommen, bei deren Anblick alleine ich schon das kalte Kotzen kriege. Sie sind nicht meine Familie. Meine Familie ist keine Familie. Familie verkörpert Liebe, Ehrlichkeit, Offenheit und eine gute Portion Verantwortung, gewürzt mit viel Vertrauen. Wie gesagt, es ist keine Familie. Diese Heuchelei (und ich weiß, wie oft man so was hört) ist nicht auszuhalten. Also werde ich meine Stunden und Pflicht absitzen und dann spätestens um 23. 00 Uhr ein taxi Richtung Stadt nehmen. Es gibt nichts weihnachtliches daran. Ich wüsste auch nicht, warum ich so ein Fest feiern sollte. Für mich ist es rein materiell, ich kriege Geld, es ist gut so. Noch das ein oder andere Geschenk, verkrampftes Bedanken und dann werde ich trinken. Mit meinen Lieben, die ebenfalls keine Lust haben, sich den Mist in den eigenen vier Wänden anzutun.

Ich vermisse ihn nicht. Er hat zuviel Mist gebaut und kämpfen lohnt sich eh nicht, weil unsere Bindung nicht fest genug war und es auch niemals sein wird. Und jetzt, in der Weihnachtszeit, frage ich mich wie Menschen es schaffen, sich so schnell wieder neu zu verlieben. Oder ob es dann Liebe ist. Ich kann niemanden an mich heranlassen, für den ich keine wahren, aufrichtigen Gefühle hege. Bei ihm... war das etwas anderes. Er war ein netter Zeitvertreib, der irgendwann zuviel Zeit in Anspruch nahm. Zeit, die ich nicht habe und die ich nicht investieren will, wenn es sich nicht lohnt.

Ich habe ein ausgeprägtes Talent dafür, Weihnachten allein zu sein. Jede Beziehung, die ich hatte war kurz davor zuende. Selbst schuld? Ein Stück weit bestimmt. Vielleicht würde ich Weihnachten ein bisschen mehr abgewinnen, wenn ich jemanden hätte, der es wert wäre diese Tage mit ihm zu verbringen. Vielleicht. Wissen tue ich es nicht.

Es ist jetzt fast halb zwei und ich habe Angst vor diesem Tag weil ich weiß, dass ich mich nicht auf die Bioklausur konzentrieren kann, weil ich weiß, wo meine Gedanken sein werden. Weil ich weiß, dass ich da nicht mehr sein kann und weil es sinnlos ist, noch daran zu denken. Aber ich tue es, so wie die letzten Wochen und so, wie ich es in den nächsten Monaten noch tun werde. Ich denke mir "Lass gut sein, es hat keinen Sinn.". Trotzdem schießen mir unvermeidbar und ganz automatisch Erinnerungen in den Kopf, wenn ich es rieche. Diesen einen Duft, auf den ich so verdammt allergisch und gleichzeitig euphorisch reagiere. Nur das Umsehen ist dann meistens weniger schön. Ernüchternd eben.

Ich bin kein Mensch, der an Schicksal glaubt. Es ist alles Zufall, alles. Aber der Gedanke, dass manche Gegebenheiten vorbestimmt und das manche Begegnungen Schicksal sind, hat etwas unglaublich schönes an sich. Ich bin Realist, glaube nicht daran. Aber da ist auf der anderen Seite dieses [i]Gefühl[/i], dass es wichtig war, dass es sein musste, dass es richtig war. Dass man einen einzigen Menschen sieht und genau weiß, dass es der Mensch ist. Der eine. Das Schicksal muss einen eigenwilligen und sehr, sehr schwarzen Humor haben, wenn es diesen plötzlich wieder mitnimmt.

Ich frage mich, ob ich es schaffe die Bioklausur vernünftig zu schreiben und ob ich morgen bei meiner Mutter den Kühlschrank zulassen kann. Ob das Wochenende gut wird und ich mich ablenken werde.

 Ich frage mich, was in der nächsten Sitzung rauskommt und ob ich danach nicht wieder einfach nur... alleine sein will. Man hat mich gewarnt, es würde nicht leicht werden. Aber es ist notwendig, das weiß ich.

Ich werde jetzt meinen zweiten Liter Kaffee anbrechen und Bio lernen. Auf einen Tag, der beschissener nicht hätte anfangen können.

12.12.07 01:28
 


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